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Was hilft bei trockener Heizungsluft?

Wenn es draußen kälter wird, drehen wir die Heizung auf, damit es drinnen gemütlich warm wird und bleibt. Nachts oder auch zwischendurch öffnen wir die Fenster, um zu lüften. Denn frische Luft ist gesund. Doch oftmals ist die Luft in Räumen zu trocken und in der warmen Luft haben es Viren und andere Krankheitserreger leicht sich vermehren. Dabei ist Lüften nicht immer das Mittel der Wahl um ein gesundes Raumklima zu erreichen.

Weshalb wird die Raumluft durch eine Heizung trocken?

Luft hat je nach Temperatur eine unterschiedliche Feuchtigkeits-Sättigung. Je wärmer die Luft, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen.  Angegeben wird dieser Wert als relative Luftfeuchte. Nehmen wir an, eine auf 10°C ausgekühlte 70m²-Wohnung hat eine relative Luftfeuchte von 40% (das entspricht ca. 3g Wasser auf 1kg Luft). Bei geschlossenem Fenster wird diese Wohnung auf 20°C erwärmt. Die Luft enthält nun immer noch 3g/kg (absolute Luftfeuchte), ist aber wegen der höheren Temperatur in Lage, deutlich mehr Wasserdampf aufzunehmen. Die relative Luftfeuchte beträgt nun nur noch 20%. Das empfinden wir als trocken. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 45 bis 50%.

Was hilft bei trockener Heizungsluft?

Eine scheinbar simple Frage, deren Beantwortung lapidar durch die Antwort „Erhöhen Sie die Feuchtigkeit der Luft“ erledigt sein könnte. Aber wie kann ich die Feuchtigkeit in der Luft erhöhen und worauf muss man dabei achten?

Grob lässt sich diese Problematik in vier Bereiche gliedern:

Richtig heizen

Überheizen Sie Räume nicht. Temperaturen zwischen 19 und 21 °C sind ideal für die Schleimhäute. Die Luft hat dann eine höhere relative Luftfeuchte und ganz nebenbei sparen Sie auch noch Heizkosten. In Schlafräumen liegt die optimale Temperatur bei 16 bis 18 °C.

Konvektionswärme vs. Strahlungsheizung: Die üblichen Heizungen heizen mit Konvektionswärme. Dabei wird die kalte Luft vom Heizkörper angesaugt, erwärmt und nach oben wieder in den Raum abgegeben. Die relative Luftfeuchte wird durch diese Aufheizung gesenkt, so dass das Gefühl der trockenen Heizungsluft entsteht.

Bei der Strahlungswärme hingegen wird nicht die Raumluft erwärmt, die Wärmeenergie wird vielmehr durch langwellige Strahlung übertragen. Trifft diese Strahlung auf eine Oberfläche, wird sie direkt absorbiert und in Wärme umgewandelt. Dadurch entsteht ein angenehmeres Raumklima, mit optimaler Luftfeuchte. Zu den Strahlungsheizungen zählen Kachelöfen, Fußboden-, Decken- und Wandheizungen.

Richtig Lüften

Mit Stoßlüften sorgen Sie für einen schnellen und effizienten Luftaustausch. Krankheitserreger, die sich in der erwärmten Luft besonders gut entwickeln können, werden Sie so wieder los, gleichzeitig wird die Raumluft mit Sauerstoff angereichert. Allerdings sinkt die relative Luftfeuchte mitunter rapide (siehe: 2. Weshalb wird die Raumluft durch eine Heizung trocken?). Deshalb sollten Sie in der Heizperiode nur zwei Mal täglich stoßlüften. Wie das richtig geht, erfahren Sie in unserem Lüftungsleitfaden.

Wenn nötig, Luftbefeuchter einsetzen

Luftbefeuchter gibt es viele, aber nur wenige eignen sich für einen regelmäßigen Einsatz im Büro oder in Wohnräumen. Sie sind sehr keimanfällig und sollten daher nur unter besonderer Vorsicht verwendet werden und nur dann, wenn keine anderen Maßnahmen Erfolg zeigen. Des Weiteren sollte man unbedingt ein Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) in dem betreffenden Raum aufhängen und regelmäßig kontrollieren, ob die Luftfeuchte noch im akzeptablen Bereich liegt, denn ab einem Wert von etwa 60 % besteht die Gefahr von Schimmelbildung.

Räume begrünen

Räume zu begrünen ist die charmanteste Art ein angenehmes Raumklima zu erzeugen. Pflanzen können Wasser über einen längeren Zeitraum speichern und geben kontinuierlich Feuchtigkeit ab. Geeignet sind vor allem Zyperngras, Arecapalme, Schwertfarn oder das Einblatt. Ganz nebenbei neutralisieren Zimmerpflanzen Gerüche und Giftstoffe.

Ist trockene Heizungsluft bedenklich für Schleimhäute?

Trockene Heizungsluft ist vor allem ungünstig für die Schleimhäute, denn sie müssen eingeatmete Luft befeuchten, werden durch die eingeatmete Luft aber nicht befeuchtet. Wenn der Körper nicht genügend Flüssigkeit bekommt, trocknen die Schleimhäute und es bildet sich ein zäher Schleim, auf dem sich Viren und Bakterien niederlassen, die wiederum zu Erkrankungen führen können.

Einfach ausgedrückt helfen dagegen zwei Maßnahmen:

Viel trinken: so werden die Schleimhäute von innen feucht gehalten

Spaziergänge im Freien: das Immunsystem wird angekurbelt. Außerdem ist die relative Luftfeuchte höher als in beheizten Räumen, auch das wirkt sich positiv auf die Schleimhäute aus.

Wie halte ich meine Raumluft feucht?

Es gibt viele Wege die Raumluft zu befeuchten. Doch wie hält man sie dauerhaft feucht? Beim Kochen, Duschen und Wäsche trocknen entsteht viel Wasserdampf, der von der Raumluft aufgenommen wird. Das kann man sich zu Nutze machen. Doch dabei sollte man auf einiges achten:

Wäsche beispielsweise sollte nicht im Schlafzimmer getrocknet werden. Durch die Atmung könnte über Nacht der vertretbare Feuchtigkeitsgehalt in der Luft überschritten werden und die Schimmelbildung begünstigen.

Auch in der Küche kann der Gehalt an Feuchtigkeit in der Luft schnell überschritten sein. Das merkt man spätestens dann, wenn die Fenster beschlagen sind. Eine Dunstabzugshaube oder das geöffnete Fenster sorgen hier schnell für Besserung. Bleibt die Küchentür geöffnet kann die überschüssige Feuchtigkeit auch in weitere Bereiche und Räume vordringen und sich dort günstig auf das Raumklima auswirken.

Gleiches gilt für das Badezimmer. Dort sollten sie darüber hinaus aber auch stehende Feuchtigkeit mit einem Tuch aufnehmen oder abziehen, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Richtig eingesetzt begünstigen Grünpflanzen maßgeblich die Luftqualität in Wohn- und Arbeitsräumen. Kleine mit Wasser gefüllte Gefäße oder Dekorationen können ebenfalls ihren Beitrag zu angenehmer Raumluft leisten. Achten Sie zudem darauf, die Räume nicht zu überheizen. Denn das hätte zur Folge, dass Sie die Fenster öffnen und damit die relative Luftfeuchte in den Räumen nur noch weiter sinken würde. Probieren Sie es hier mit altbewährten Mitteln wie Strickjacke, Hausschuhen oder einfach mit ein wenig Bewegung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es gerade in Wohnräumen durchaus möglich ist auch im Winter für eine ausreichend feuchte Luft zu sorgen. Allerdings sollte man darauf achten, es nicht zu übertreiben, da sonst Schimmelbildung begünstigt wird. Um sicher zu gehen und regelmäßig kontrollieren zu können, empfiehlt es sich in den fraglichen Räumen Hygrometer aufzustellen.

Ist aktiver Luftaustausch gesünder als Stoßlüftung?

Richtiges Lüften ist notwendig für eine gute Raumluft. Nur so kann feuchte und verbrauchte Luft nach draußen entweichen. Dazu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Die wohl effektivste und günstigste Möglichkeit für frische Luft ist das Stoßlüften, also das komplette Öffnen des Fensters. Möglich ist daneben auch der Einsatz spezieller Wandlüfter, mit denen ein aktiver Luftaustausch gewährleistet wird. Der Vorteil dieser Systeme: Ein Lüftungswärmeverlust lässt sich damit gezielt reduzieren. Die Außenluft kann außerdem durch die integrierten Filtersysteme vorab von Pollen, Feinstaub usw. befreit werden. Ebenso werden damit Schadstoffe und Gerüche gezielt abgeleitet. Für Hausstaub- oder Pollenallergiker kann der Einsatz eines Luftaustauschers daher von besonderem Vorteil sein. Liegt eine hohe Außenlärmbelastung vor, ist der Einsatz entsprechender Geräte ebenso sinnvoll. Doch man muss beachten, dass gerade wenn sehr trockene Heizungsluft vorliegt, ein aktiver Luftaustausch eher problematisch ist, da der Luft mit Lüftungsgeräten zusätzliche Luftfeuchte entzogen wird. Sinnvoll sind Luftaustauscher daher vor allem in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, um der Gefahr von Schimmelbildung effektiv vorzubeugen.