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Ist Wärmedämmung auch bei einem Altbau möglich?

Die Wärmedämmung ist neben der Außendämmung eine bewährte Methode der Wärmeisolierung. Ihre Realisierung ist in einem Altbau nicht nur möglich, sondern oftmals die beste Wahl. Vor allem wenn der Altbau unter Denkmalschutz steht, ist eine Außendämmung nicht umsetzbar und die Wärmedämmung somit die bleibende Alternative.

Notwendigkeit der Wärmedämmung

Vor allem Altbauten sind aufgrund ihrer Bauweise von zu hohen Energieverlusten betroffen: Die Außenwände sind zu dünn, Dächer und Kellerdecken ungedämmt, Fenster und Türen kaum abgedichtet und das Heizsystem häufig veraltet und ineffizient. Ein zweites Problem stellt häufig ein Schimmelpilzbefall dar, dem eindringende Feuchtigkeit zugrunde liegt. Um den künftigen Anforderungen der Energieeinsparungen gerecht zu werden, bedarf es einer nachträglichen Dämmung. 

Der Heizwärmeverlust beläuft sich je nach Bauart des Gebäudes auf 85% bis 55%. Da die Architektur der Gebäude von der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation des Baujahrs abhängt, lässt sich die Beschaffenheit oftmals an der Baualtersstufe erkennen. Fachwerkhäuser sind wegen ihrer dünnen Außenwände von einem besonders hohen Energieverlust betroffen. Auch Gebäude aus den 50er und 60er Jahren weisen hohes Energiesparpotenzial auf. Zu dieser Zeit musste aus Ressourcenknappheit der Materialeinsatz möglichst gering gehalten werden. Auf Dämmung und Abdichtung wurde weitgehend verzichtet.

Schutz der Außenfassade

Bei der Wärmedämmung wird der Dämmstoff an der Innenseite der Außenwand montiert; die Fassade bleibt unberührt. Dies betrifft die innere Außenwand wobei angrenzende Innenwände sowie Decken- und Fußboden einbezogen werden. Je nach System wird zwischen verschiedenen Dämmstoffen gewählt. Grundsätzlich lässt sich zwischen kapillaraktiven/diffusionsoffenen und diffusionsbremsenden Systemen unterscheiden, aber auch zwischen Stoffen, die aufgrund Ihrer Beschaffenheit besonders gut auf geraden Wänden angebracht werden können und Stoffen, die es ermöglichen, Unebenheiten und Hohlräume auszugleichen. Welcher Dämmstoff sich für Ihr Heim eignet, erfahren Sie von einem Experten und in unserem Beitrag zur Wahl des richtigen Dämmstoffes.

Risiken einer Wärmedämmung beim Altbau

Bei niedrigen Außentemperaturen führt eine Wärmedämmung zur Absenkung der Temperatur der inneren Außenwand. An der raumseitigen Dämmstofffläche wird die Wärme isoliert – die Oberfläche ist warm und behaglich. Unter dieser Dämmschicht dagegen kühlt die Wand ab. Diese Differenz kann zu einer Bildung von Kondenswasser in den  Zwischenräumen führen. Bei nicht kapillaraktiven Dämmstoffen kann dies zu Problemen im Wandaufbau führen. Eine zweite Problematik besteht darin, dass bei Schlagregen der Trocknungsverlauf der Fassade beeinträchtigt wird, deshalb ist gerade bei innengedämmten Gebäuden auf die allgemeine Schlagregendichtigkeit der Fassade sowie Anschlussbereiche von Fenstern o.ä. zu achten.  Um diese Gefahr zu beseitigen, ist z.B. die Anbringung eines Regenschutzes sinnvoll. Ohne Wärmedämmung kann die Wand in beide Richtungen austrocknen. Eine ungeeignete (z.B. nicht kapillarleitende) Wärmedämmung verhindert die Austrocknung nach innen. Der Einsatz von Dampfbremsen oder diffusionsbremsenden Dämmstoffen kann das Risiko einer kritischen Feuchtigkeit in den  Zwischenräumen unterbinden, birgt aber oft Ausführungsrisiken und Detailproblemen.  

Erfolgreiche Wärmeisolierung durch Wärmedämmung

Nur bei falscher Planung und unsachgemäßer Ausführung birgt die Wärmedämmung höhere Risiken als die Außendämmung. Das schließt z.B. die luftdichte, hinterströmungsfreie Anbringung der Dämmstoffplatten ein. Bei bestehenden Hohlräumen empfehlen sich daher spezielle Ankopplungen und Abschottungen der Dämmebene. Bei dampfbremsenden Systemen ist das richtige Maß essenziell: Moderate Dampfbremsen (intelligente Dampfbremsen) erlauben weiterhin die Austrocknung der Außenwand nach innen. Ebenso die Dämmstoffdicke: Je nach Beschaffenheit Ihres Altbaus ist eine Dämmstoffdicke zu wählen, die effektiv Wärmeverlust drosselt, ohne die Außenwandtemperatur zu stark abzusenken und dadurch Feuchteprobleme zu initiieren. Daher sind wichtige Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen, wie z.B. die Beurteilung des Gesamtzustandes Ihrer Außenwände. Gemeinsam mit einem Experten kann die Innendämmmaßnahme erfolgreich angepasst und realisiert werden.